Meine Gesundheitsreise: Von Prädiabetes zu neuer Stärke
Anfang 2023 bekam ich eine überraschende Diagnose: erhöhter HbA1C-Wert, ein Hinweis auf beginnende Insulinresistenz bzw. Prädiabetes.
Die Nachricht traf mich hart. Seit über zwanzig Jahren ernährte ich mich überwiegend pflanzenbasiert, vollwertig, mit nur gelegentlich Fleisch oder Fisch – und Süßes war selten auf meinem Speiseplan.
Doch vielleicht war meine Ernährung nicht so gesund, wie ich dachte. Vielleicht gab es blinde Flecken – weiße Pasta, Brot, verarbeitete Lebensmittel oder versteckte Zucker- und Kohlenhydratquellen.
Entschlossen, der Sache auf den Grund zu gehen, holte ich mir eine Küchenwaage, lud die Food Data Central Datenbank herunter (mit Nährwertangaben zu über 7.000 Lebensmitteln) und begann ein persönliches Experiment in Excel.
Drei Monate lang wog und protokollierte ich jedes einzelne Lebensmittel. Was ich nicht wog, kam nicht in meinen Mund. Parallel dazu erhöhte ich Intensität und Dauer meines täglichen Bewegungstrainings.
Am Ende dieser drei Monate analysierte ich meine Daten – in der Erwartung, klare Muster zu finden, die meinen erhöhten HbA1C erklärten. Aber es gab keinen Hinweis daruf, dass meine Ernährung das Problem war. Alles erschien ausgewogen und gesund.
Also ging ich tiefer.
Ich begann, einen kontinuierlichen Glukosemonitor (CGM) zu tragen, um meinen Blutzucker in Echtzeit zu verfolgen. Die Ergebnisse waren überraschend. Lebensmittel, die ich für gesund hielt, ließen meinen Blutzucker auf über 200 mg/dL ansteigen. Zum Vergleich: Menschen mit Diabetes wird geraten, Werte unter 170 mg/dL zu halten. Und es waren nicht Pasta, Pizza oder Süßigkeiten, die diese Spitzen auslösten, sondern Mango, Bananen, Blaubeeren, Sushi, Süßkartoffeln, Spalterbsen – sogar Quinoa.
Auch Stress und Sport führten zu raschen Blutzuckeranstiegen.

The Big Glucose Project
2024 startete ich mein persönliches Big Glucose Project. Ich entwickelte einen Mahlzeitenplaner mit 200 meiner eigenen köstlichen Low-Carb-Rezepte, verfeinerte meine Tracking-Tabellen und verglich Blutzuckerdaten mit meinen Mahlzeitenprotokollen. Monat für Monat suchte ich nach Mustern.
Doch es gab keine.
Meine Blutzuckerreaktionen waren unvorhersehbar, sie schwankten nach Tageszeit, Stresslevel und vielen anderen Faktoren. Ernährung allein war nicht der Schlüssel.
Also erweiterte ich meinen Blick. Ich untersuchte Bewegung, Schlafqualität, Stress und Verdauung. Ich tauchte tief in die Wissenschaft der Kohlenhydratverdauung, Glukoseverwertung und Insulinproduktion ein.
Ich intensivierte mein Bewegungsprogramm und meine Meditationspraxis. Heute fühle ich mich körperlich, geistig und emotional stärker denn je.
Auf diesem Weg absolvierte ich zudem ein Zertifikat in Ernährungswissenschaften an der Stanford University und meine Ausbildung zum Certified Professional Health Coach am Institute for Integrative Nutrition. Derzeit bereite ich mich auf die Zertifizierung durch das National Board for Health and Wellness Coaching vor.
Hat Glukose mein Leben verändert? Ja, und wie!

Endlich – der Durchbruch
Nach mehr als zwei Jahren geduldsamer Arbeit, Versuch und Irrtum kam mein A1C-Wert schließlich in den gesunden Bereich. Es gab keinen magischen Trick, keinen einen Moment der Erleuchtung. Keine Abkürzung. Stattdessen war es die Summe vieler kleiner Schritte – Anpassungen in der Ernährung, konsequente Bewegung, Stressbewältigung und Raum für Freude, Kreativität und Erholung.
Was ich gelernt habe: Die simplen Lösungen, die wir online finden – ob von Influencern oder anerkannten Expert:innen – haben für mich nicht funktioniert. Das heißt nicht, dass sie bei dir nicht wirken können. Aber ich werde dir keine Einheitslösung versprechen. Und ich werde nicht sagen: „Wenn ich es geschafft habe, schaffst du es auch.“ Denn dein Körper ist einzigartig.
Was ich dir stattdessen anbiete: Begleitung, Mitgefühl und eine verlässliche Präsenz. Ich helfe dir, deinen Weg mit mehr Mut, mehr Selbstvertrauen und einem tieferen Vertrauen in die Weisheit deines Körpers zu gehen.
Was ich gelernt habe
Jeder Körper ist anders
Wir reagieren individuell auf Lebensmittel – und das nicht nur von Mensch zu Mensch, sondern auch von Tag zu Tag. Was heute funktioniert, kann morgen ganz anders aussehen.
Ernährung ist nur ein Teil der Gleichung
Um die Ursachen von Insulinresistenz anzugehen, müssen wir über die Ernährung hinausblicken und auch Bereiche wie Schlaf, Stress, Darmgesundheit, Bewegung und Hormone berücksichtigen.
Stress niemals unterschätzen
Stress hat einen enormen Einfluss auf unsere Gesundheit. Und wir neigen dazu, seine Wirkung kleinzureden. Mein Rat: Tu das nicht. Sei freundlich zu dir und erkenne, wenn Essen, Bewegung, Arbeit oder Beziehungen zur Belastung werden. Dein Körper wird es dir danken.
Gesundheit ist eine Reise, kein Ziel
Sich proaktiv um die eigene Gesundheit zu kümmern, ist eines der größten Abenteuer überhaupt. Manchmal ist es frustrierend oder anstrengend, aber die Belohnungen sind da. Jeder Schritt kann uns stärker machen, als wir je gedacht hätten.